Schildower Straße in Hermsdorf wird keine Fahrradstraße

Die Reinickendorfer Verkehrsstadträtin Julia Schrod-Thiel (CDU) teilte auf der letzten Sitzung des Bezirksparlaments mit, dass die Schildower Straße keine Fahrradstraße werden wird. Die CDU-Fraktion Reinickendorf, die sich seit Jahren für die Verbesserung der Verkehrssituation im Waldseeviertel engagiert, unterstützt diese Aussage.

„Natürlich gehört das Fahrrad zur modernen Mobilität in einer Großstadt dazu. Allerdings gilt das auch für den öffentlichen Personennah- und den Individualverkehr. Aus der Schildower Straße eine Fahrradstraße zu machen, würde bedeuten, die Buslinien im Waldseequartier abzuschaffen. Verdrängung und Gegeneinander von Mobilitätsformen sind aber nicht zielführend. Es gibt bessere Möglichkeiten, die Situation vor Ort zu entspannen“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Reinickendorf Julian Radecker.

 

Marvin Schulz in der Schildower Straße in HermsdorfMarvin Schulz in der Schildower Straße in Hermsdorf

In der Tat führte die zuständige Stadträtin in ihrer Stellungnahme zur Zukunft der Schildower Straße aus, dass die Errichtung einer Fahrradstraße dazu führen würde, dass die vorhandenen Buslinien das Waldseeviertel nicht mehr befahren können. Grund sind die baulichen Veränderungen, die zur Ertüchtigung der Schildower Straße als Fahrradstraße notwendig wären. Im konkreten beträfe dies die Buslinien 326 und 806, die derzeit vom S-Bahnhof Hermsdorf durch das Waldseeviertel bzw. nach Mühlenbeck ins Brandenburger Umland führen. Die Buslinien stellen jedoch eine wichtige und - im Gegensatz zum Autoverkehr - umweltfreundlichere Verkehrsverbindung in den Ostteil Hermsdorf jenseits der Bundesstraße 96 (hier: Berliner Straße) dar. Nach den aktuellen Vorgaben des Berliner Mobilitätsgesetzes müsste die Schildower Straße baulich so gestaltet sein, dass sie vorrangig von Radfahrern genutzt werden könnte. Je nach Verkehrsaufkommen, könnten öffentliche Verkehrsmittel, die ihre Fahrpläne einzuhalten haben, die Straße dann nicht mehr verlässlich befahren.

Im Winter letzten Jahres hat der CDU-Fraktionsvorsitzende, Marvin Schulz, der auch Vorsitzender der CDU in Hermsdorf ist, stattdessen vorgeschlagen, den Autoverkehr, der sich durch das Waldseeviertel schlängelt, mit einem Fußgängerüberweg zu unterbrechen. Der Zebrastreifen soll nicht nur für mehr Verkehrssicherheit am nahegelegenen Waldsee-Spielplatz sorgen, weil die Autofahrer vorsichtig und langsam fahren müssten. Ferner würde er die Abkürzung durch die Schildower Straße, die von den Pendlern als Alternative zur überlasteten Bundesstraße 96 genutzt wird, zusätzlich zu weiteren verkehrsberuhigenden Maßnahmen unattraktiv machen. Marvin Schulz ́ Antrag wird derzeit in den bezirklichen Fachausschüssen beraten.

Seit langem leidet das Waldseeviertel unter enormem Verkehrsaufkommen. Die CDU hatte sich immer wieder dafür eingesetzt, die Situation zu verbessern. So setzte sie beispielsweise die Einrichtung einer Tempo-30-Zone um und brachte einen erfolgreichen Antrag zur Aufstellung von verkehrsbremsenden Straßenverengungen in die kommunalpolitische Debatte ein. Außerdem wurden Hinweisschilder zur Geschwindigkeitsbetrachtung auf der Fahrbahn angebracht.